Miller - Friedhof der Unschuldigen

Andrew Miller
Friedhof der Unschuldigen

Dieses Buch verdient es wortgewaltiger und ausufernder vorgestellt zu werden als es hier möglich ist. Aus diesem Grund möchte ich ein Bild vor ihrem geistigen Auge heraufbeschwören:
Ein Trupp flämischer Grubenarbeiter, durch jahrelange Arbeit unter Tage körperlich deformiert, eingesperrt auf einem maroden Armenfriedhof den es aufzulösen gilt.
Es stinkt gewaltig (der Gestank setzt sich nicht nur in der Kleidung der Leute fest, er durchdringt sie bis ins Fleisch), große Feuer werden entfacht um den Geruch einzudämmen. Fahles, flackerndes Licht – auch nachts, denn die Zeit drängt.
Massengräber, bis zu 16 Meter tief, prall gefüllt mit Toten. Gruften deren giftige Dämpfe das Leben der Arbeiter ernsthaft gefährden.
Der nächtliche und von Gebeten begleitete Abtransport der Gebeine in die Katakomben verzögert sich und so entstehen meterhohe- und lange Wälle aus Knochen, die sich über den ganzen Friedhof erstrecken.
In der Eingangssequenz verirrt sich Ingenieur Baratte, nachdem ihm dieser Auftrag erteilt wurde, in den Fluchten und endlosen Gängen des Versailler Schlosses. In seiner Not wählt er den direkten Weg durch eine geschlossene Glastür. Ein Sinnbild für den Verlauf dessen, was folgen wird...

 

Kerstin Schneider

Mehr ... ISBN 978-3-552-05644-2

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