Joyce - Jahr Sekunde

Rachel Joyce
Das Jahr, das zwei Sekunden brauchte

Nach dem Bestseller „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ legt Rachel Joyce mit dem „Jahr, das zwei Sekunden brauchte“ nun ihren zweiten Roman vor.

Die Handlung des Romans ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt: Zunächst führt die Autorin den Leser zurück in das Jahr 1972. Hier lebt der 10jährige Byron mit seiner Familie in einem noblen Vorort einer englischen Kleinstadt und führt ein scheinbar sorgloses und behütetes Leben. Doch diese heile, von Wohlstand und Luxus geprägte Welt ist nicht so perfekt wie sie scheint. Rachel Joyce versteht es mit ihrer poetischen, filigranen Sprache den Leser hinter die die makellose Fassade des Vorstadtlebens schauen zu lassen und dort dunkle Risse und tiefe Brüche offen zu legen. So wird beim Leser ein Unbehagen geweckt, das langsam den Rücken empor kriecht und in Erwartung der nahenden Katastrophe stetig anwächst.
Doch trotz dieser familiären Katastrophe ist es ein versöhnlicher Roman. Dies liegt insbesondere an Jim, einem 50jährigen Außenseiter, der in unserer Gegenwart sein Dasein in einem alten, maroden Wohnmobil fristet und dessen Leben von Ängsten und Zwängen diktiert wird. Jim wird trotz seiner Eigenarten, seiner Ticks von seinen Mitmenschen sehr geschätzt und faßt daher langsam wieder Vertrauen zu seiner Umwelt und findet seinen Platz im Leben.
Der inhaltliche Zusammenhang dieser beiden Handlungsstränge bleibt dem Leser lange verborgen, erst zum Schluß wird das Rätsel um Jim und seine persönliche Leidensgeschichte gelöst und dem Leser eine überraschende Wendung offenbart.

 

Sylke Baumann-Zielke

Mehr ... ISBN 978-3-8105-1081-5

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