Tobar - In den Häusern der Barbaren

Richard Yates
Eine strahlende Zukunft

„Weißt Du, was wir getan haben, Lucy? Du du Ich? Wir waren ein Leben lang voller Sehnsucht. Ist das nicht absolut schrecklich?“

Sehnsucht – schrecklich? Ist Sehnsucht nicht der Motor der vorantreibt, der Träume real werden läßt?

Nicht wenn Sehnsucht ausschließlich im Vergleich mit Anderen zum Einsatz kommt. Wenn alle Anderen –vermeintlich- klüger, begabter, glücklicher, schöner, erfolgreicher sind.

Wenn eigenes Können, gemessen an den Künsten der Anderen, automatisch zum Versagen deklariert wird.

Dieser wunderschöne Satz wird in der Mitte des Buches ausgesprochen. Die Ehe von Michael und Lucy liegt in Scherben. Neue Beziehungen sind gescheitert, weitere werden scheitern.

Dieser Satz, in dem soviel Erkenntnis steckt, führt bei Yates Figuren nicht zu einer Verbesserung, im Gegenteil, er stellt einen ultimativen Höhepunkt an Selbstmitleid dar.

„Eine strahlende Zukunft“ ist ein Buch über das menschliche Scheitern, angesiedelt in der Welt der schönen Künste. Würde dieses Buch reproduzierbare DNS beinhalten, mein Einstieg in die Welt der Naturwissenschaften wäre garantiert.


Kerstin Schneider

Mehr ... ISBN 978-3-421-04611-6

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